slashy tears

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Midnightcrisis

Part 1

Laut dröhnte die Musik aus den Boxen.
Hard and heavy…so, so. Ich empfand zwar System of a Down als nichts ganz so hard, geschweige denn heavy, aber vermutlich hatte ich ja so wie so keine Ahnung von gar nichts.
Gar nichts war auch, was ich mir eigentlich für diesen Abend vorgenommen hatte, denn es liegt wohl eine Ewigkeit zurück, seit ich das letzte Mal an einem Freitag einfach nur zuhause geblieben war und ferngesehen hatte.
Doch aus unerfindlichem Grund, hatte es mich doch wieder hierher getrieben.
Wie viele Abende meines jungen Lebens war ich wohl schon hier gewesen?
Für einen Außenstehenden vermutlich eindeutig zu oft!
Karlsruhe bot immerhin zig Musikclubs, die durchaus meinen Musikgeschmack trafen, aber ich blieb bis heute immer dem ‚Unverschämt’, alias UV treu.
Inzwischen kannte ich nicht nur jede Nische besser, als die bei mir zuhause, sondern auch die Gäste und DJs.
Doch heute hatte es anders werden sollen. Schon als ich von daheim losgegangen war, hatte ich es im Gefühl gehabt.
Es zu beschreiben lag nicht in meiner Macht, aber ich wusste, da war eine seltsame Sache, die noch auf mich zukommen würde.
Und ich sollte Recht behalten.
Die Bahn, mit der ich so gegen halb zehn mich auf den Weg in die Innenstadt gemacht hatte, war relativ leer.
Kaum Gleichgesinnte oder gar Bekannte begleiteten mich als Insassen.
Irgendwie fühlte ich mich verloren, aber dies war bei weitem nichts Neues. Ich verlor immerhin alle zwei Tage meinen Haustürschlüssel, also, wieso denn nicht auch mal an einem Freitagabend, wie diesem mich selbst?
Mit diesem Gedanken im Hinterkopf betrat ich dann auch den Musikclub.
Und trotz der leeren Bahn, war der Laden doch recht gut belebt.
Ich konnte einige bekannte Gesichter ausmachen und traf auch auf gute Freunde und Headbang-Kollegen. Dies waren Menschen, die ich nicht einmal außerhalb des Clubs gesehen hatte, aber trotzdem das Gefühl hatte, sie zu kennen.
Zwischen uns war einfach eine feste Bindung, die wohl ein ‚normaler’ Mensch nicht hätte nachvollziehen können. Von manchen dieser Leute kannte ich noch nicht einmal den Namen, aber es war okay so. Niemand wollte etwas an der Situation ändern. Wieso denn auch?
Wenn man abends ausgeht, schlüpft man in seine Rolle, für jeden gibt es eine.
Manche verklemmten Bürostuten verwandeln sich mit dem Beginn des wochenendlichen Abenteuers in regelrechte Lack und Leder Chicks, manche Beamten werden zu schottenrocktragenden Säufern und ich werde eben zu dem, was ich sowieso immer bin, nur eben mit mehr Kopfschütteln.
Da ich noch Student bin kann ich es mir Gott sei Dank noch erlauben, so herumzulaufen, wie ich es will. Wer weiß, was einmal aus mir werden wird. Vielleicht kann ich ja dann auch nur noch an Wochenenden und Feiertagen mein wahres Gesicht an den Tag legen.
Ein komisches Gefühl. Sehr seltsam, aber irgendwie doch bald bedrohlich nahe.
Besser ich dachte über diese Sache nicht mehr nach. Jedenfalls nicht heute Abend.
Grinsend stellte ich mich an meinen Stammplatz neben der Tanzfläche, von dem aus ich gut alle Tänzer und Banger beobachten konnte.
Schräg gegenüber von mir waren auch zwei Pärchen, die mir schon des Öfteren aufgefallen waren. Sie lachten immer sehr viel und tanzten seltsam.
Am heutigen Abend war auch wieder dieser eine große Kerl da, der mit den seltsamen Haaren und seinem Standard-Nightwish-Shirt. Er war merkwürdig, keine Frage, aber heute war er auch noch mutig dazu. Oder wohl eher nur betrunken. Und das um diese Uhrzeit…
Er unterhielt sich eigentlich immer nur mit ihnen, doch heute wagte er sich doch sehr nahe an die beiden Mädchen heran, deren Freunde sich auf der Tanzfläche den Nackenschmerzen völlig hingaben.
Mein Blick schwankte immer wieder zwischen diese beiden Szenen. Innerlich zählte ich die Sekunden, wie lange es wohl noch dauern würde, bis einem der beiden Kerle der Kragen platzen und der Betrunkene eine zentriert bekommen würde.
Und als einer der Freunde den Kopf hob und erblickte, wie der Kerl mit den seltsamen Haaren den Arm um seine Freundin legte, war er auch schon in Bewegung, um dies zu ändern.
Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn das Mädchen nicht ihren Beschützer gestoppt hätte…
Ist auch besser so.
„Hey.“, monoton, aber laut wie immer, begrüßte mich David. Er ist ein alter Schulkamerad von mir und einer der wenigen, dessen Namen ich weiß.
„Na? Willst auch n Bier?“
Ich nickte heftig und lehnte mich, als er gegangen war, an einen der schmalen Tische, die um die Tanzfläche herum platziert waren.
Alles wieder beim Alten. Da der DJ wohl gerade die erste Heavy Metal Rund beendet hatte, wechselte das Tanzpublikum. Aus langen, zotteligen Haare und weiten, verschwitzen Shirts wurden Korsagen, gepflegte Frisuren und eher elegante Klamotten.
Gothic-Stunde war nun also angesagt. Dies erlaubte mir und meinen haarigen Kollegen einige Bierchen lang Pause, bevor ich mich mit ihnen wieder ins Getümmel stürzen würde.
David drückte mir breit grinsend das versprochene Bier in die Hand. Wir stießen an und tranken. Ich schneller, als er. Rasch musste ich Nachschub holen. Ja, ich geb’s ja zu. Mir war heute nach Saufen zu mute.
Um mich herum begannen die meist langhaarigen Männer eine angeregte Unterhaltung, an der ich nicht teilnahm. Ich versuchte es nicht einmal. Mein Blick war einfach weiterhin auf die vielen, schwarzen, tanzenden Körper gerichtet und studierte ihre teils grazilen, teils unbeholfenen Bewegungen zur Musik.
Schmunzelnd beobachtete ich zwei, wohl in der Gothicszene neuen, Girlies, bis mein Schmunzeln jäh erstarren sollte.
Ein mittelgroßer, junger Mann in langem Mantel begab sich auf die Tanzfläche.
Seine blonden Haare hatte er zu einem kurzen Zopf hinten zusammen gebunden und über seinen Schläfen konnte ich einen leichten Undercut erkennen.
Er trug einen schwarzen, fast bodenlangen, schweren Mantel, seidenglänzendes Material mit samtenen Ornamenten verziert. Darunter hervor lugte eine edle schwarze Hose und Shelly’s.
Seine Hände waren umhüllt von schlichten weißen Handschuhen.
In sein jugendliches Gesicht hingen einzelne, bewusst dort platzierte, Strähnen seines Haares und ich konnte erkennen, dass er sich wohl die Augen geschminkt haben musste.
Als er seinen Blick kurz zur Decke hob, unter der sich der Qualm von Zigaretten angesammelt hatte, konnte ich sehen, dass auch seine Lippen von schwarzer Farbe gefangen genommen worden waren.
Er faszinierte mich. mein Augenmerk fokussierte nur noch ihn. Es schien mir, als gäbe es gar keine anderen Menschen mehr in diesem Club. Nur noch uns beide und ich wusste, dass er meinen Blick spürte.
Dieser Mann machte mich mehr, als nur neugierig.
Trotz seines doch sehr jungen Gesichts, strahlte er Reife und Wissen aus.
Ich weiß nicht, was es war, aber er erinnerte mich an das Gefühl, dass ich auch in mir getragen hatte, als ich heute Abend das Haus verlassen hatte.
Seine tanzenden Bewegungen waren fließend und bewusst.
Ja, während ich dort an diesem schmalen Tisch angelehnt stand und von meinem Bier trank, war es mir, als würde er mich mit seinem Tun hypnotisieren.
„Boah! Loki! Zieh dir das Mal rein! Jetzt gibt es auch hier schon so vampirale Schwuchteln!!!“, hart stieß David mir in die Seite und deutete auf den Kerl, den auch ich schon die ganze Zeit über beobachtet hatte.
David bekam für diesen Seitenhieb nur ein dezentes Nicken von mir. Mehr hatte er in diesem Moment für diese abfällige Bemerkung, die ich unter anderen Umständen bestimmt witzig gefunden hätte, nicht verdient.
Ich verstand einfach nicht, wieso dieser Mensch auf mich so anziehend wirkte…
Und wie ich ihn so beobachtete, mich in Sicherheit wog, blickte er plötzlich auf, in meine Augen. Selbst durch das schummrige Licht, den Rauch und die Entfernung, schienen seine eisblauen Augen mich festnageln zu wollen.
Für eine Schrecksekunde stockte mir der Atem. Der Fremde deutete sein Lächeln zu mir nur an. Fast hätte die zaghafte Bewegung seines schwarzen Mundes keine Geste dargestellt.
Es reichte lediglich, um zu erahnen, was er getan hatte.
Und in diesem Lächeln lag Überlegenheit. Sein Lächeln sollte mir sagen, dass ich und meine Beobachtung, nicht ohne seine Kenntnis geblieben waren.
Ich schluckte trocken, als er seinen Blick wieder von mir nahm. Verdammt, wieso war diese Person nur so anziehend?

Part 2

Die Zeit ging strikt gegen 2 Uhr und langsam war mein Körper so aufgeheizt, dass kalte Getränke nichts mehr halfen.
Also beschloss ich nach draußen zu gehen, um meine Körpertemperatur wieder etwas in den Griff zu bekommen.
Leider hatte die Sonne den ganzen Tag über dafür gesorgt, dass selbst die Nacht nicht abkühlen wollte.
Aber ein kleiner Windstoß entspannte mich doch ungemein.
Sachte lehnte ich mich gegen die raue Backsteinmauer und richtete meinen Blick in den sternenklaren Himmel.
Seufzend kramte ich in meiner Hosentasche und griff nach der Kippenpackung, die dort durch das ganze Getanze doch sehr in Mitleidenschaft gezogen worden war.
„Du solltest nicht rauchen, dass bringt dich irgendwann noch um.“
Es fuhr mir in alle Glieder, als ich eine Stimme so verdammt nahe an meinem Ohr vernahm.
Die Zigaretten fielen aus meiner Hand auf den Boden und ich wand langsam meinem Kopf um.
Neben mir stand mein Mysterium des Abends.
In einer fließenden Bewegung hob er meine Kippen auf, drehte sie in seiner Hand.
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken.“
„Ich...äh.“, ja, ich..äh, wollte mir für meine Sprachlosigkeit in den Arsch treten.
Seine sanfte Stimme verunsicherte mich etwas. Ich hatte nicht gedacht, dass eine so hochmütig erscheinende Person so nett sein konnte.
Man lernt niemals aus...
„Ich hab dich hier noch nie gesehen. Bist du nicht von hier?“
„Nein, ich komme von weither...“
„Ja? Wirklich?“, neugierig schaute ich ihn an, studierte seine Mimik, die sich zu lichten begann.
„Nein. Eigentlich wohne ich hier, gehe allerdings immer in die Kulturuine... bin das erste Mal hier...“
„Sehr witzig. Wieso lügst du mich dann erst an?“
„Weil du so aussahst, wie jemand, der mir Glauben schenken würde, wenn ich gesagt hätte, ich wäre aus Tansilvanien.“
Er hatte Recht. Vermutlich hätte ich ihm jede Antwort abgekauft.
„Und was treibt dich dann hierher?“
„Schicksal?“, leise kicherte er.
„Nein, wohl eher der Zufall. Ich wollte einfach mal wieder wo anders hin gehen. Mal andere Gesichter sehen. Dafür nehme ich auch in kauf, dass nicht nur gute Musik läuft...“
„Ah ja...“

~tbc~



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